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1915: Hanseatenkreuz


Das Hanseatenkreuz wurde von den drei Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck für Verdienste im Krieg 1914 bis 1918 gestiftet.
Es ist der einzige gestiftete Orden der Stadt Hamburg.

Herkunft

Das Hanseatenkreuz ist schon seit dem Befreiungskriegen von 1813 ein Symbol für die Hanseatische Legion und auch dem Hamburger Bürgermilitär. Später wurde es als Symbol für das 2. hanseatische Infanterieregiment 76 übernommen.

Das Hanseatenkreuz fand sich z.B. auch auf den Kokarden der Soldaten des 76er Regiments.

Die Farben des Ordenbandes weiss / rot bezieht sich auf die Farben des Hansebundes und findet sich in den Wappen der stiftenden Städte wieder.

Stiftung und Verleihung

Nach Hessenthal und Schreiber wurden die Hanseatenkreuze der drei Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck gemeinsam von den Senatoren der Städte gestiftet für besondere Kriegsverdienste Einzelner ohne Unterschied des Ranges und des Standes, und zwar formal in Lübeck am 21. August, in Hamburg am 10. September und in Bremen am 14. September 1915.

Nicht nur, weil die größte der drei Städte, sondern wohl auch wegen recht liberaler Vergabepraxis, erreichte das hamburgische Hanseatenkreuz die mit Abstand größte Verleihungszahl.

Der Orden konnte verliehen werden an die – auch früheren – Mitglieder des Infanterie-Regiment "Bremen" (1. Hanseatisches) Nr. 75, des Infanterie-Regiment "Hamburg" (2. Hanseatisches) Nr. 76, des Infanterie-Regiment "Lübeck" (3. Hanseatisches) Nr. 162, die Besatzungen der Kriegsschiffe SMS Hamburg, SMS Bremen und SMS Lübeck sowie an Bewohner der drei Städte, die in anderen Einheiten dienten. Der Orden wurde auch an hochverdiente sonstige Kriegsteilnehmer verliehen, so erhielt z. B. der bekannte Jagdflieger Manfred von Richthofen das Kreuz aller drei Städte.

Kurz nachdem der Orden in drei Varianten ins Leben gerufen wurde, ging vom Lübecker Senat die Initiative zu einer vierten Variante des Hanseatenkreuzes aus. Diese wurde damit begründet, dass die Kreuze, zu jenem Zeitpunkt, nur an Vor dem Feind bewährte Frontkämpfer verliehen wurden. Der Senat beabsichtigte aber es an einen seiner in der Etappe tätigen Konsul zu verleihen. Also wäre zu dessen Möglichkeit die Schaffung einer vierten Variante vonnöten gewesen. Nach Konsultationen zwischen dem Hamburger und Bremer Senat wurde jedoch dieses Ansinnen abgelehnt.

Der Senat der Hansestadt Bremen verlieh als einziger der das Kreuz verleihenden drei Hansestädte 1915 den Fahnen seines Regiments das Hanseatenkreuz.

Beschreibung

Versilbertes, kupfernes Kreuz mit roter Glasemaille auf der Vorderseite der Kreuzarme und ein rundes Mittelschild. Oben eine Öse mit kleinem Ring und Bandring.

Vorderseite: aufgelegtes rundes, rotes, glasemailliertes Medaillon mit dem Stadtwappen Hamburgs
Rückseite: versilbert, Kreuzarme mit kleinem Rand, rundes Mittelschild mit der Aufschrift: oben halbrund: – Für – Verdienst – darunter 3 zeilig: – im – Kriege – 1914 -

Die Kreuze von Bremen und Lübeck unterscheiden sich nur durch das auf der Vorderseite andere Medaillon mit dem jeweiligen Stadtwappen.

Das Ordensband des Hamburgischen Hanseatenkreuzes zeigt zwei rote Streifen auf weißem Grund, das Band des Bremischen Hanseatenkreuzes vier rote Streifen auf weißem Grund, das Band des Lübecker Hanseatenkreuzes ist jeweils zur Hälfte Rot und Weiß.

Sonstiges

Material: versilbertes Kupfer / teils emailliert
Größe: Größe: 39,9 mm
Gewicht: ca. 18 g
Preis: 50 – 60 €
OEK Nummer: 688

Zitate

Quelle: Forum DGO. User "avers". Gepostet 04.03.2016.
(Ein Zweitstück erkennt man an:) "Das Hanseatenkreuz ist ein Zweitstück, erkennbar an der rauen Oberfläche der Rückseite. Die verliehenen Originale haben rückseitig allsamt glatte Oberflächen (abgesehen von der Beschriftung versteht sich)."

Gleiche Quelle. User "RogerZ.". Gepostet 15.03.2016.
(Ein Zweitstück erkennt man an:) "Hanseatenspangenstück ist ebenfalls an der gedrehten Öse erkennbar!

Quelle: Forum DGO. User "RogerZ.". Gepostet 15.01.2016.
(Ein Zweitstück erkennt man an:) "ich habe mal ein vergleichbares Stück beim hanseatischen Apotheker gekauft. Die Machart und die Qualität der Verarbeitung ließen mich zweifeln. Ich gehe von einer 50er jahre Nachkriegsfertigung aus, möglicherweise von S&L.
Die sind an der minderwertigen Verarbeitung zu erkennen, die Passgenauigkeit des Medaillons war z.B. an meinem grauenhaft. Die Fläche des Kreuzkorpus, auf der es aufliegt, ist nicht plan, sondern konkav, somit entsteht ein Spalt von gut 1mm. Da ich von keinem Original ausging, habe ich einen Schraubenzieher in den Spalt geschoben und ohne Anstrengung sprang das Medaillon ab.
Darunter konnte man Klebereste erkennen, die sich unter Wasser lösten, ergo billiger Kleber. Unter dem waren noch andere braune Spuren von Kit. Somit War bewiesen, dass das Stück repariert wurde, ob vom Händler oder sonste wem weiß ich natürlich nicht."


Quelle: Forum DGO. User "avers". Gepostet 21.01.2016.
(Ein Original erkennt man an:) "hat das Stück einen ovalen Bandring?."

Archiv / Materialsammlung:


Links:


Mein erstes Exemplar

Inventarnummer: 2.4.1
Katalogbeschreibung: "Hanseatenkreuz Hamburg, 1915-1918, am Band, leicht getragen (OEK 688)"
Preis: 56,25€ (ursprünglich 75€)
Gekauft: 28.12.2014


Vorderseite


Rückseite


Von einer großen Bandschnalle

Inventarnummer: 2.4.2
Katalogbeschreibung: "3er SPANGE: EK 2.Klasse 1914 am Kämpferband / Hanseantenkreuz Hamburg / Ehrenkreuz für Frontkämpfer (Herst.: PSL)"
Preis: ./. (Teil einer Ordensschnalle)
Gekauft: 01.06.2015


Vorderseite


Rückseite


Urkunde zum Hanseatenkreuz

Katalogbeschreibung: "Urkunde zum Hamburger Hanseatenkreuz an einen Landsturmpflichtigen im Reserve Ersatz Regiment Nr.3"
Preis: 52,50 Euro (ursprünglich 75 Euro)
Gekauft: 01.06.2015


Ganze Seite


Oberer Abschnitt


Unterer Abschnitt


Nachlaß eines Lehrers

Katalogbeschreibung: "Nachlass Urkunden Hamburg Hanseatenkreuz Militärpaß Feldartillerie K301016E0"
Gekauft: 22.11.2017

Auktionstext: Gebrauchter Zustand, im Fundzustand, siehe Bilder! 100% original!


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30.04.2017



Erstversion vom 11.01.2015. Letzte Aktualisierung am 16.12.2017.