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Mein Start in das Hobby TableTop und was daraus wurde...

Artikel vom 29.11.2014 aus TableTop.

Runde dreissig Jahre ist es her, da habe ich zum ersten Mal mit Zinnfiguren zu tun gehabt. Und auch wenn der Spieltrieb damals nicht den heutigen üblichen Abläufen entsprach, empfinde ich es doch als einen wesentlichen Schritt und somit zum Start in dieses faszinierende Hobby.

Da man im Laufe der Zeit viele Dinge vergisst, die Gefühle nicht mehr richtig in Worten fassen kann und manches falsch in Erinnerung hat, habe ich mir schon vor Jahren vorgenommen einen Artikel zu schreiben wie ich in das Hobby reingerutscht bin und was mich zu bestimmten Zeiten geleitet und bewogen hat entsprechende Entscheidungen zu treffen.

Drei Anmerkungen vorweg

Mein Hobby habe ich nie durchgängig aktiv ausgeübt. Im Gegenteil, es gab eigentlich immer nur Phasen von Aktivität die von längeren Pausen unterbrochen werden.

Zudem bin ich weder ein fleissiger Maler noch ein reinrassiger Spieler. Für mich ist TableTop ein Medium mit dessen Hilfe ich meine Kreativität und meine Fantasy auf einer Oberfläche wiederspiegeln kann und deswegen reizen mich insbesondere die kleinen und großen Geschichten an der Spielplatte. Daher auch mein Faible für den Fluff der Spiele.

Drittens hat TableTop einen geselligen Aspekt. Man spielt mit anderen Leuten die das gleiche Interesse teilen und es spielt keine Rolle wie alt du bist oder woher du kommst.

Playmobil, Lego, Master of Universe, Star Wars und Co.

Wie jedes Kind meiner Generation gab es im Kinderzimmer eine Vielzahl an Puppen, Figuren, Spielzeug, usw. in der damals üblichen Qualität.

Denke ich an diese Zeit zurück, war es insbesondere Playmobil mit dem ich sehr viel gespielt hatte. Sei es die Ritter, die Cowboys, Indianer und die US-Soldaten, Piraten (ich hatte sogar das große Piratenschiff), die ersten Raumschiffe, usw.. Viele Stunden habe ich mit ihnen verbracht und in einem Fall kann ich mich noch daran erinnern auf dem Spielplatz in der Sandgrube mit einem anderen Jungen unsere US-Soldaten aufgestellt und gespielt zu haben (inkl. Sandfort).

Das Anfang der 80er startende He-Man und die Master of the Universe wurde wegen der Figuren, der Serie und vorallem der Hörspielkasetten für mich sehr prägend. Insbesondere die den ersten Figuren beiliegenden Comics sprachen mich an.
Neben dem damals beginndenen Star War Trubel war He-Man und die damals startenden Fernsehserien wie Captain Future die ersten Kontakte mit fiktiven Welten, die man heutzutage in der Mehrzahl in Science Fiction oder Fantasy unterteilt.

Man kann also sagen, das ich von klein auf mit Figuren zu tun hatte und meine Gedankenwelt immer wieder von diesem Thema fasziniert war. Figuren waren und sind immer ein Mittel um die eigene Fantasie mit realen Gegenständen zu erleben und nachzuvollziehen.

Prinz August - meine ersten Zinnfiguren

Ich weiss nicht mehr genau wann ich in dem Spieleladen in Ahrensburg war und das Set zum ersten Mal sah. Jedenfalls war dieser Laden bei meinen Besuchen bei meinem Vater immer wieder ein Besuch wert. Er war groß und voller toller Sachen.

Bei einem der Besuche sah ich ein Set zum selber Gießen von Zinnfiguren. Das Set kam von der Firma Prinz August aus Nürnberg. Der Preis ist mir nicht bekannt. Auch nicht ob ich das Set als Geschenk bekam oder mir selbst gekauft hatte.

Auf jedenfall war ich um die zehn Jahre alt und durfte mit Feuer und heissen Metall rumspielen und meine ersten Figuren aus dem großen Krieg von Friedrich dem Großen gießen.

Die zweiteiligen Gussformen sind entweder aus Metall oder aus Gummi. Fast alle sind einteilig und stellen Soldaten o.ä. mit verschiedenen Ausrüstungen und Positionen dar. Die Figuren selbst sind weder richtige Flachfiguren noch dem heutigen Standard entsprechende 3D-Figuren.

Ich habe in damals maximal zwei dutzend Modelle gegossen und nur eines angemalt. Das Ergebnis war vorallem im Vergleich zu den Vorlagen aus dem Katalog so deprimierend schlecht, das ich die Sache für Jahre ruhen liess.

Katalog

Entscheidender als das Giessen der Figuren war das Betrachten der Gussformen, bemalten Figuren und Dioramen des dazugehörigen Kataloges. Es regte meine Phantasie an.
Die Vorstellung ganze Armeen von tapferen Zinnsoldaten in die Schlacht zu senden reizte mich ungemein, wenn auch erst in Form von wandelbaren Dioramen und weniger den spielerischen Aspekt des normalen TableTops.

Kataloge, neben Flyer und Magazine, waren auch die Informations- und Werbeplattformen die mich immer wieder zu diesem Hobby zurückbrachten.
So wälzte ich später den Ral Partha Katalog, blätterte in dem von Mithril oder laß mich durch die wunderschönen Artikel aus den ersten deutschen White Dwarfs.

Entscheidend waren hierbei die Bilder. Letztendlich waren dies für mich einfach weiterentwickelte Aspekte der frühen Spielefiguren in, zum Teil, wunderschönen Gelände präsentierter Form.

Zwischenzeit

Nachdem die "historische" Variante des Zinngiessen mich auf die Dauer nicht fesseln konnte, anders gesagt... es war eher niederschlagend, kam ich erst Jahre später wieder dazu mich mit Figuren zu beschäftigen.

Inzwischen hatte mein anderes Hobby (Lesen) mich auf die Fantasy Schiene gebracht. Entscheidend war hierbei drei dicke Bücher für die ich im jungen Alter, ich glaube ich war 10 oder 11 Jahre alt, zwei Anläufe gebraucht hatte diese zu lesen. Zudem gehörten diese noch nicht zu den Mainstream Werke und in meiner Generation damals praktisch unbekannt.
In den Sommerferien hatte ich damit begonnen die drei dicken Wälzer zu lesen und seitdem, und trotz des Hypes seit 2000, bin ich dem Fantasy / Science Fiction Genre innig verbunden. Ihr habt sicher schon richtig geraten, wir reden hier von dem Herr der Ringe.

Damals war ich noch jung und hatte kein Geld. Erst im Laufe der Jahre kaufte ich mir entsprechend die weiteren Werke von Tolkien. Nachdem die primär Literatur angeschafft wurde, kam ich nach und nach zur Sekundärliteratur.
Diese gab es zumeist nicht mehr über Bücherläden oder im Versand, sondern erst durch den Besuch von Fantasyläden wie Dragenworld, Andere Welten, usw. kam ich an das entsprechende Material heran.

Die Schritte waren dann wie folgt:
- Bücher
- Rollenspielmaterial (deutsch)
- Trading Card Game (METW)

Passend dazu gab es immer wieder Flyers mit Figuren von Mithril. Und diese waren dann auch die ersten Zinnfiguren die ich mir kaufte.
Das war grob 1994.

Mithril

Mithril Figuren, wie habe ich diese geliebt und gehasst.

Es waren für diese Zeit sehr schöne Figuren und um Welten besser als meine eigenen Gussversuche. Die Figuren Reihe von Mithril gab zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre und so kaufte ich mir eine ganze Reihe von Figuren, wenn auch durcheinander. Motiviert wurde ich immer wieder durch einen kleinen Katalog mit den Figuren, wo ein Hügel gezeigt wird auf dem zahlreiche Orks im Angriff sich befinden.

Es waren nach Jahren die ersten Figuren die ich wieder bemalte. Nachdem ich einige Minis mit meinen uralten Revel Farben dekoriert hatte, wurde diese Figuren später so wie gekauft in einer großen Tüte gesammelt und vor einigen Jahren zum Großteil verkauft.

Aktuell habe ich nur noch wenige dieser Figuren und selbstverständlich alle von mir damals bemalten.

Diese Figuren haben, anders als die später gekauften TableTop Figuren, eine realistische Darstellung. Das bedeutet, das Waffen, Körper und Ausrüstung nachvollziehbare Maße haben.

Den wesentlichen Nachteil der Figuren merkt man beim malen. Es gibt zwischen den einzelnen Details kaum Übergänge. Das führt dazu, das man schnell in den angrenzenden, anders bemalten Bereich gelangt und somit immer am korregieren ist.
Im Vergleich dazu sind die normalen TableTop Figuren geradezu einfach zu bemalen.

Die Mithrilfiguren waren im Prinzip nur eine kurze Phase, die mein Interesse an Zinnfiguren auffrischte. Der Bezug zu Herr der Ringe der die Fantasie anregte war ein weiterer Schritt zum Start in das Hobby.



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30.04.2017



Erstversion vom 29.11.2014. Letzte Aktualisierung am 17.03.2015.