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1957: Deutsches Kreuz in der Version von 1957


Das Deutsche Kreuz war eine deutsche Militärauszeichnung (offiziell: Kriegsorden) im Zweiten Weltkrieg und wurde am 28. September 1941 durch Adolf Hitler in den Ausführungen Gold und Silber gestiftet.

Einordnung und Verleihung

In der Tradition der Steckkreuze der Kaiserzeit stehend erfüllt die Auszeichnung das Bedürfnis nach einer höherrangigen Kriegsauszeichnung, nachdem im Verlauf des Zweiten Weltkrieges immer mehr Soldaten mit den beiden Stufen des Eisernen Kreuzes beziehungsweise des Kriegsverdienstkreuzes ausgezeichnet worden waren, aber nicht die Voraussetzungen für das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes beziehungsweise des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern erfüllten.

Obwohl es keine Stufe des Eisernen Kreuzes darstellt, rangierte es somit zwischen dem EK I. Klasse und dem Ritterkreuz zum EK und kann insofern als Ersatz für das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern angesehen werden, das im Ersten Weltkrieg im preußischen Ordenssystem zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Militärverdienstorden Pour le Mérite rangierte.

Das Deutsche Kreuz in Gold (DKiG) wurde etwa 26.000-mal verliehen. Die erste Verleihung erfolgte am 15. Oktober 1941.

Nach dem Krieg (1957er)

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 dürfen Orden mit nationalsozialistischen Emblemen in Deutschland nicht getragen oder hergestellt, angeboten, feilgehalten, verkauft oder sonst in Verkehr gebracht werden. Demzufolge darf auch das Deutsche Kreuz nur ohne nationalsozialistische Zeichen getragen werden.

Während man beim Eisernen Kreuz einfach auf die frühere Form mit Eichenlaub statt Hakenkreuz zurückgreifen konnte, war dieses Problem beim Deutschen Kreuz schwieriger zu lösen. Wegen der Rangfolge der Orden und der Verleihungsbestimmungen entschied man sich, das Hakenkreuz auf dem Deutschen Kreuz in Gold durch das Eiserne Kreuz zu ersetzen.

Dieses lässt leicht den falschen Eindruck entstehen, es handele sich bei einem derart entnazifizierten Deutschen Kreuz um eine besondere Verleihungsstufe des Eisernen Kreuzes, vor allem wegen der nun gegebenen oberflächlichen Ähnlichkeit mit dem sogenannten „Blücherstern“.

Anmerkung: Genau wegen letzterem habe ich die 57er Version für die Sammlung gekauft. Es ist keine offizielle Auszeichung aus der Reihe "Eiserne Kreuze", aber aufgrund der Umstände und der von allen anerkannte Umsetzung gehört es unter den Bereich "Kuriositäten".

Daten eines Verleihstücks

Vorderseite:
Das große aufgelegte Mittelschild ist silbern bordiert.
Außen zwischen zwei roten Linien aufgenietet ein goldener Lorbeerkranz.
Dieser mehrfach mit Band gebunden bzw. umwickelt.
Unten auf dem Kranz ein Schild mit der eingravierten Zahl – 1941 -.
Im eingeschlossenen, mattsilbernen Feld, erhöht, die Darstellung des Hakenkreuzes (57er = Eisernes Kreuz).
Dieses auf die Spitze gestellt und schwarz emailliert mit silberner Einfassung.
Die Spitzen des Kreuzes reichen bis an den goldenen Lorbeerkranz.

Rückseite:
Glatt und versilbert mit senkrechter Anstecknadel.
Links und rechts 2 Nieten von der Befestigung des Lorbeerkranzes zu sehen.
Die Herstellerbezeichnung unterhalb der Nadel.

Material: Tombak versilbert, teils vergoldet, emailliert
Größe: 63,2 mm
Gewicht: ca. 56 – 59 g
Preis: 1600 – 2400 € je nach Hersteller und Variante, sehr frühe Kreuze von 1941 bis 5500 €
OEK Nummer: 3839 – 3839/10

Links


Replik des Deutschen Kreuzes als 1957er Variante

Inventarnummer: 1.6.1
Katalogbeschreibung: "Bruststern Deutsches Kreuz in Gold"
Gekauft: 04.02.2020

Replik geordert bei Sammlerschmiede.de.

Die 1957er Versionen unterscheiden sich von den verliehenen Orden durch das ersetzen der Hakenkreuze mit einem Eichenlaubzweig.

Anmerkungen: Es gibt von 1957er Varianten, also ohne das Hakenkreuz, keine offizielle Versionen. Insofern kann man nicht von Replik im engeren Sinne reden. Jedoch wurde diese Version lange nach dem Tod der meisten Träger des Ritterkreuzes produziert und wird daher von mir als Replik gewertet.
Zudem ist das Produkt einfach gestaltet und nicht vergleichbar mit den Produkten renommierter Hersteller der 50-70er Jahre.


Vorderseite


Rückseite



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30.04.2017



Erstversion vom 15.02.2020. Letzte Aktualisierung am 15.02.2020.