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Wut baut sich auf…

Artikel vom 08.10.2006 aus Sonstiges.

Trotz vieler stärker werdenden Belastungen für jeden einzelnen, spüren diese keine positiven Effekte, eher das Gegenteil passiert.

Bei der Suche nach dem Schuldigen haben die "HartzIV"-Empfänger als Primärziel in den letzten Jahren eine wichtige Rolle gehabt, wenn auch langsam anscheinend eine ausgediente.

Bemerkbar wird es z.B. in der geringen positiven Ressonanz bzgl. der letzten Sparpläne bei Arbeitslosen durch die CDU/CSU. In den von mir verfolgten Diskussionen nehmen viele die Begründungen der Regierenden nicht mehr auf, sondern fangen an sich mit den Opfern an zu identifizieren, denn die Gefahr von Arbeitsloigkeit und HartzIV steigt heutzutage praktisch jährlich.

Einen interessanten Beitrag aus dem politikforum.de von kohli2004 möchte ich an dieser Stelle stellvertretend für diese Gedankengänge präsentieren.

Mir ist es absolut schleierhaft warum über die angeblich Arbeitsunwilligen so dermaßen viel Aufhebens gemacht wird.

Es wird von niemandem bestritten werden, dass es sicherlich diese "Arbeitsunwilligen" (nach x Jahren Dauerarbeitslosigkeit würde wohl auch ich die Lust/Willen/Interesse an einer Vollzeitbeschäftigung verlieren). Vielleicht sollte man sich vor einer Diskussion zunächst einmal die Zahl der potentiellen "Arbeitsunwilligen" bzw. die Zahl derer anschauen die zu unrecht Leistungen empfangen.

Aus den "Schätzungen des Arbeitskräftepotenzials der der Sozialhilfeempfänger... am Jahresende 2002" geht hervor:

(Deutschland Gesamtbetrachtung
Sozialhilfeempfänger: 2 757 000
./. Kinder unter 15 Jahren: 886 000
./. Personen im Alter von 65 Jahren und Älter: 189 000
= Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren: 1 681 000
./. Nichterwerbstätige wegen häuslicher Bindung: 227 000
./. Nichterwerbstätige wegen Krankheit/Behinderung, voller Erwerbsminderun: 153 000
= (Brutto-) Arbeitskräftepotential: 1 252 000
./. Erwerbstätige (Voll- und Teilzeit): 143 000
./. Nichtwerwerbstätige wegen Aus- und Fortbildung: 118 000
=================================================
(Netto-) Arbeitskräftepotenzial: 990 000

Quelle: Stat. Bundesamt

Aus einem Vortrag der BA f. Arbeit ist mir bekannt dass der Anteil, derer die zu unrecht Leistungen ("interne Berechnungen") bei ca. 5-6 % liegt.
Macht knapp 60 000.

Angenommen diese potentiellen >>Schmarotzer<< (im Dritten Reich benutzt, aber auch in "Mein Kampf", vgl.: >>Herabsetzende Äußerungen über politische Gegner basieren immer wieder auf Vergleichen aus der Tierhaltung und Schädlingsbekämpfung. Als Beispiel Hitler in Mein Kampf: „Der Jude ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt.“ << aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus) bekommen 1000 Euro (hierzu fehlen mir leider konkrete Angaben) pro Monat zu unrecht, würde dies in Summe ca. 720 Mio. Euro pa. ausmachen. (Dafür bekommt man noch keinen halben Northtrop B2 "Tarnkappenbomber").

Man könnte anschließend einmal vergleichen wieviel sich in anderen Bereichen sparen lässt:
Gesundheit --> Einfluss der Gesundheitslobby (http://www.ndrtv.de/plusminus/20060110_2.html)
Verteidigung --> Stichwort Eurofighter, überflüssige Transportflugzeuge
Energiewirtschaft --> "Privatitsierung falsch gemacht"
Verbraucherschutz --> Gammelfleisch

Einigen Nutzern hier empfehle ich aber sehr langsam und vorsichtig vorzugehen, da sonst die Gefahr besteht zu erknnen, dass es sich bei diesen Injurien gegen Arbeitslose (womöglich noch nichteinmal selbst verschuldet) um pure Hetze (zu Kompensation von was eigentlich??) handelt.

Was ich wohl nie so richtig verstehen werde, ist warum sich die arbeitende Bevölkerung nicht noch verstärkt gegen eine solche Verunglimpfungen wendet. Müsste nicht einem erheblichen Anteil klar sein, dass es ihn/sie früher oder später einmal selbst treffen könnte. Die Mitarbeiter von BenQ fallen in einem Jahr auch alle unter die Kategorie: Bietrinkende, faule, Unterschichtenfernsehen schauende Sozialschmarotzer.

Diese Hetze ist wirklich nicht zu ertragen. Es kann wirklich jeder froh sein, nicht von HARTZIV leben zu müssen.


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30.04.2017



Erstversion vom 08.10.2006. Letzte Aktualisierung am 16.09.2009.