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Einsatz und Aufbau des Militär in der EU

Artikel vom 28.01.2004 aus Sonstiges.

Veröffentlicht im Forum von politikforum.de. Hier fehlerbereinigte Version.
Dies war eine Antwort in einem Thread zum Thema “EU Militär".

Grundsätzlich gilt für alle “größeren” Staaten in der EU, das ihre Streitkräfte im Augenblick wie auch in absehbarer Zukunft über die vollen Möglichkeiten konventioneller Streitkräfte verfügen müssen. Das hierbei extreme Sachen, wo das jeweilige Land eine Kernkompetenz hat, nicht jeder haben muss (wie zb. Flugzeugträger) steht ausser Frage.

Hierzu mal ein Beispiel aus einer Fernsehdebatte gestern Abend im österreichischen Fernsehen woran neben deren Kommissionmitglieder (wegen der Bundesheerreform), auch ein Generalmajor des österreichischen Bundesheer beteiligt war.

(Zitat nicht wortwörtlich): “Wir können es uns nicht leisten, auf schweres Gerät zu verzichten. Der Einsatz von deutschen Leopard Panzer wie auch Niederländischen M109 waren in mehreren Fällen NOTWENDIG um die Erfüllung unseres friedenstiftenden Auftrag zu gewährleisten.”
Anhand zweier Bsp zeigte er es dann auf.

Die Probleme sind im Moment, meiner Meinung nach, folgende:
1. Unsere Welt ist nicht friedlich.
2. Das “Drohpotenzial” in bezug auf MVW sowie Terror, welches aktuell im erschreckenden Maße zunimmt, stellt eine andere Art der Gefährdung dar, als dies Anfang der 90ziger zu vermuten war.
3. Nationalistische und verkappte religöse Tendenzen in politisch und wirtschaftlich empfindliche Gebiete (um Afrika kümmert sich ja kaum einer..) in einer sich globalisierende Welt hat vermehrt einen Rückwirkungseffekt auf die 1. und 2.Welt Staaten.
4. Die Gefahr eines konventionellen Krieges für Europa ist nicht komplett ausgeschaltet, wenn auch soweit stark minimiert, das es die großen Armeen mit ihrer Struktur der “Kalten Krieg” Zeiten nicht rechtfertigt.

Desweiteren darf man das Bsp. des Iraks und das militärische Problem der zu geringen Mannstärke der Amerikaner nicht aus den Augen verlieren.

Kurz zusammengefasst:
Militär der EU sollte, wenn möglich (ich schliesse Ausnahmen nicht aus !), immer multilateral eingesetzt werden, am besten im Rahmen der UNO.

Da Europa zum größtenteils recht friedlich ist, sind Einsätze der Europäer primär in Afrika, Asien und im Nahen Osten zu erwarten. Hierfür werden schlagkräftige und mobile Truppen benötigt mit einer Ausbildung zum, wie oben schon genannt, urbanen Kampf bzw. in schwierigen Gelände.

Der Einsatz gegen konventionelle Streitkräfte bzw. nach konventioneller Taktik ist selten bis gar nicht zu erwarten ist. Vorhanderer Widerstand kann durch Einsatz von technikbetonten Systemen (Luftwaffe, Flotte, schweres Kampfgerät) zerschlagen werden.

Ein Kleinkrieg ist mit diesen aber nicht zu gewinnen. Auch die Bekämpfung mit AntiTerror Systemen kann, wenn der Widerstand durch die Bevölkerung getragen werden, nicht auf Dauer gelingen. Insofern ist es scheinheilig Überlegungen anzustellen, wie man so einen Widerstand militärisch brechen kann.

Kleinkrieg kann man meiner Meinung nach nur politisch lösen, sei es durch Verhandlungen und / oder wirtschaftlicher Unterstützung (letzteres nach der Devise, Menschen denen es gut geht, werden nicht rebellieren). Oder anders gesagt, man muss den Rebellen, Widerständskämpfer, usw. den Boden entziehen, von dem sie sich ernähren und verstärken.

Militär (und auch Polizei) kann hierbei nur Zeit verschaffen, aber sie sind nicht Lösung des Problems (siehe Israel, deren Top-Militär den palistinensischen Widerstand auch nicht brechen kann..)

Fazit:
Militär ist auch in der Zukunft auf konventionelle Kriegführung ausgelegt, wenn auch die Mobilität und Schwerpunktbildung, vor allem in schwierigen Gelände gegen schwächere Gegner eine gesteigerte Aufmerksamkeit erhält.

Das soweit von mir

Coki


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30.04.2017



Erstversion vom 28.01.2004. Letzte Aktualisierung am 15.09.2009.