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Neudrucke Nordposta 1978 und 1981 / XIX. UPU Kongress Hamburg 1984

Artikel vom 09.07.2019 aus Hamburger Postgeschichte.

Zur Nordposta 1978, Nordposta 1981 und als Überdruck zum UPU Kongress 1984 in Hamburg, erschienen Neudrucken von ehemaligen Hamburger Briefmarken.

Leider habe ich im Internet noch keine vertiefende Informationen gefunden. Daher sind dieses hauptsächlich einfache Zusammenfassungen von dem was ich bisher feststellen konnte.

Produktion

Die Neudrucke der Nummer 20 und Nummer 21 wurden von der Originaldruckstöcken der alten Hamburger Marken in werksgetreuer Ausführung durch die Druckerei Gehringer, Kaiserslautern, auf ungummiertem Papier mit dem Wasserzeichen "Fischschuppen" hergestellt.

Um eine Verwechslung mit den wertvollen Originalen aus dem Jahre 1866 zu vermeiden, tragen die Marken rückseitig den Aufdruck "Neudruck 1978". Am Oberrand farblos eingeprägt das Wappen der Hansestadt Hamburg.

Die Marken haben, wie die alten Originale des Jahres 1866, keine Perforation, sondern einen linienförmigen Durchstich.

Neudrucke

Begriffsbestimmung aus der Wikipedia.de (09.07.2019)
"Ein Neudruck ist ein erneuter Druck einer Briefmarke von originalen Druckstöcken und Druckformen, der nicht mehr für den Verkauf am Postschalter und zu Frankaturzwecken vorgesehen ist.

Eine genaue Definition variiert in der Praxis je nach Sammelgebiet. In der Philatelie besteht der Unterschied zwischen Neudruck und Nachdruck darin, dass der Nachdruck nicht von originalem Material gedruckt wurde. Der Nachdruck ist immer einer Fälschung gleichzusetzen. Neudrucke sind auch von Postverwaltungen selbst veranlasst worden, um vollständige Schalterbogen zu dokumentieren oder die Neudrucke anderen Postverwaltungen zur Verfügung zu stellen. Neudrucke kann es auch postalisch korrekt verwendet geben, Nachdrucke sind immer Fälschungen."

Rahmenbedingungen

Zu diesen Produkten und ihre Präsenz in Auktionen, Flohmärkten, Läden, usw. muss man Wissen, das die 1970er Jahre als der Höhepunkt des aktiven Briefmarkensammeln in Deutschland gelten.
Nie wieder haben soviele Menschen mit soviel Geld Briefmarken gekauft wie in diesen Jahren. Selbst bei Tankstellen wie Shell gab es kleine Alben und man konnte Briefmarken kaufen.

Das verfügbare Volumen an guten Briefmarken war damals stark eingeschränkt. Viele Postverwaltungen reagierten, indem sie ihre Auflagen erhöhten, die Anzahl der Briefmarkenausgaben vergrößerte und viele Nebenprodukte auf dem Markt brachten.

Es gab also eine riesige Schwemme, was man im Laufe der 70er auch merkte. Jedoch wurde dieses durch Produkte wie diese hier besprochenen noch verstärkt, da selbst Neudrucke in sehr großen Auflagen erschienen. Da diese direkt an Sammler gingen und dadurch noch viele erhalten sind, sind auch heute diese Neudrucke an jeder Ecke erhältlich.

Altdeutschland?

Die Vorlage für die Neudrucke stammen aus einer Zeit als Hamburg eine eigene Souveränität in Form einer eigenen Post hatte. Briefmarken aus dieser Zeit waren in den 70er sehr teuer und für die wenigsten, mal abgesehen von Knochen, nicht erhältlich.

Beides zusammen macht daher Sinn das zur Nordposta 1978 die ersten Neudrucke von der Hamburg Michel Nummer 20 und 21, sowie die beiden Privatpostmarken erschienen.

Damit hatte jeder die Möglichkeit günstig zumindestens Neudrucke von deutschen Briefmarken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu erhalten.

Hamburg Michel Nummer 20 (Viererblock zur Nordposta 1978)

Zur Nordposta 1978 erschien dieser Neudruck eines Viererblock der Hamburg MiNrm 20 von 1866 (1 1/4 Schilling, violett).

Auf der Rückseite ist insbesondere die laufende Nummer interessant.


Vorderseite der 3647


Rückseite


Hamburg Michel Nummer 20 (25er Bogen zur Nordposta 1978)

Alternativ zu dem obigen Block erschien zur Nordposta 1978 dieser Kleinbogen zu 25 Stück.

Hamburg Michel Nummer 21 (Viererblock zur Nordposta 1981)

Zur Nordposta 1981 erschien dieser Neudruck eines Viererblock der Hamburg MiNrm 21 von 1866 (1 1/2 Schilling).

Hamburg Michel Nummer 21 (25er Bogen zur Nordposta 1981)

Alternativ zu dem obigen Block erschien zur Nordposta 1981 dieser Kleinbogen zu 25 Stück.


Vorderseite der 23495


Rückseite


Überdruck des Neudruck Michel Nummer 20 zum UPU Kongress 1984

Eine Variante dieser Neudrucke erschien 1984 zum UPU Kongreß in Hamburg.
Anläßlich dessen erschienen zahlreiche Sonderbriefmarken, Stempel und viele Belege von vielen Postverwaltungen.

Der folgende Neudruck erschien zum Salon der Philatelie auf dem Kongreß. Im Rahmen dessen gab es viele Neu- bzw. Schwarzdrucke von alten Briefmarken.

Es handelt sich grundlegend um das gleiche Exemplar wie 1978 mit allen Hinweisen. Ergänzt wurde es durch einen Überdruck.

In der linken unteren Ecke ist auf allen Marken das Emblem des Kongresses goldfarben aufgedruckt. Ebenso weist eine Randumschrift sowie eine Inschrift am unteren Rand des Blocks auf den Kongreß hin.

Die Delegierten des Weltpostkongresses erhielten auf Wunsch des damaligen Hamburger Bürgermeisters von Dohnanyi in der Delegiertenmappe ein Exemplar des Sonderdrucks.

Unklar ist, ob es neu gedruckte Versionen handelt oder Restbestände des 1978er Drucks verwendet wurden. Anhand der laufenden Nummer gehe ich aber von ersterem aus.


Vorderseite der 74081 (Überdruck UPU Kongress)


Verwendung als Vignette

Im Zuge einer Veranstaltung 1981 wurden der Neudruck von 1978 (MiNrm. 20) als Vignette genutzt. Bisher die einzige Verwendung dieser Neudrucke die mir bekannt ist.


Vorderseite mit Vignette und dem Veranstaltungsstempel.
Rechts oben thematisch passend die Bund MiNrm. 1112 mit dem Sonderstempel der Veranstaltung.


Rückseite mit einem ergänzenden Hinweis.

Mophila-Gedenkblock 1931

Zu Ergänzung wird noch auf dieses Faksimile hingewiesen, auch wenn es kein Neudruck ist, der Hamburg Michel-Nummer 20 von Dezember 1931.

Erschienen ist dieser Druck zur internationalen Ausstellung Moderner Philatelie in Hamburg 1931. Ein Teil (oder alles) des eingenommenen Geldes wurde dem Winter-Hilfswerk 1931/1932 gespendet.

Hamburg Privatpostmarken

Quellen:



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30.04.2017



Erstversion vom 09.07.2019. Letzte Aktualisierung am 14.07.2019.