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Wieso eine Beutepanzerkompanie aus alten französischen Panzern im Late War?


Tjoa.... die Frage ist nicht unberechtigt.

Eine Panzerkompanie mit Char B2s, Hotchkiss und Somuas, sprich Panzer die zwar 1940 noch konkurrenzfähig, aber spätestens ab 1942 nicht mehr frontverwendungfähig waren, stellt für jede durchschnittliche Late War Armeeliste ein Opfer dar.

Zudem benötigt man für eine vernünftige Spielgröße zwischen 16x bis 30x Panzern, die man nur für diese eine Liste nutzen kann (oder für Franzosen im Early War). Zudem sind die Panzer nicht billig, da kommen rund 200 bis 250 Euros ohne die ganzen Begleitwaffen wie Geschütze und Infanterie zusammen.

Wieso trotzdem auf die Idee kommen eine solche Armee aufzustellen bzw. dieses sogar umzusetzen?

Der Weg dahin hat einige Jahre gebraucht.

Französischen Beutepanzer im Kampfeinsatz

Als 1940 Deutschland nach der Kapitulation der Franzosen massenweise einsatzfähige Panzer erhielt, wussten sie damit nicht wirklich etwas anzufangen. Die Panzer waren einfach nicht für die deutschen Taktiken geeignet und ein entsprechender Umbau war nur begrenzt sinnvoll. Spätestens mit dem Ersteinsatz des T-34 war selbst der beste französische Panzer (Somua S-35) veraltet und spielte im Fronteinsatz somit keine Rolle mehr.

Entsprechend wurden diese Panzer ab Sommer 1942 nur in sogenannte "Rückwertige Einheiten" verwendet. Hierbei handelte es sich um Sicherungsdivisionen, welche in der Etappe Überwachungsaufgabe übernahmen. Ein Schwerpunkt war hierbei die Partisanenbekämpfung in den besetzten Gebieten (Frankreich, Lappland und Balkan).

Als zweite Einsatzform war die Nutzung als Übungs- bzw. Ausbildungsfahrzeug der Ausbildungseinheiten, vorallem in Frankreich.

In wenigen Fällen gab es Panzerabteilungen die zum Großteil mit diesen Fahrzeugen ausgestattet wurden, wie z.B. die Abteilungen 205 und 206. Die Abteilung 206 und die Panzerersatzabteilung 100 wurden dadurch bekannt das sie im Rahmen der D-Day Invasion auf der Halbinsel Contentin im Kampf gegen die Invasionsstreitkräfte standen und dort vernichtet wurden.

2010 - Earth and Steel

Ich hatte gerade mit Flames of War angefangen. Zum Ende des Jahres wurde ein Doppelwerk als Zusammenfassung aller bisherigen, sowie einige neue Listen zur Invasion in Nordfrankreich 1944 veröffentlicht, das ich mir sogleich beschaffte.

Beim aufmerksamen durchblättern kam ich schnell zu den Bodenständigen Einheiten im hinteren Teil des Werkes. Speziell die Beutepanzerkompanie fesselte mich und in den Gesprächen mit den Mitspielern hatte man sich ein schönes Bild von massenweise angreifende Minipanzer erarbeitet.

Eine Recherche der verfügbaren Panzer und erste Ideen für Armeelisten, liessen das ganze schnell in der Versenkung verschwinden. Es gab damals nichtmal jedes Fahrzeugtyp zu kaufen und selbst wenn, war der Spass ziemlich teuer und ich war sowieso mit der 225 ID. beschäftigt.

Insofern blieb es ein feuchter Traum.

August 2011 - Panzer IIIJ (Oberst Rettemeier)

Ein Impuls folgend kaufte ich damals das Charaktermodell von Oberst Rettemeier. Der Oberst fährt einen Panzer IIIJ im Afrikafeldzug. Da man nie weiss wann solche Modelle aus dem Programm flogen und ich zu dem Zeitpunkt einfach noch ein Modell brauchte um die Portokosten zu sparen nahm ich die Figur dazu.

Im Hinterkopf hatte ich natürlich immer noch die Beutepanzerkompanie. In dieser kann man Panzer IIIJs als Führungsfahrzeuge nutzen.

Im Nachhinein hatte ich das als Geldverschwendung gesehen und so verschwand das Modell in der Ablage.


Mittig oben der Blister des Panzer zu sehen.

World of Tanks

Wenn ich Freizeit verschwende, dann mit dem Zockergame World of Tanks. In diesem kann man viele Panzertypen spielen, inklusive die deutschen Varianten Char B2, Hotchkiss (im WoT Jargon früher Minimaus genannt) und den Somua (alles drei sind Goldpanzer).

Insbesondere den B2 spiele ich gerne, da er lange Zeit der einzige deutsche Lowlevel Heavy war und seit geraumer Zeit im Matchmaking bevorzugt wird. Zudem war er eine lange Zeit ein selten gespielte Panzer, da diese einige Jahre nicht käuflich zu erwerben war. Zwischenzeitlich war er auch wirklich schwer zu spielen (schlechte Kniffte und dann gegen KV-1 und Co. ran....).

2014 - Französische Panzerkompanie (Early War)

Im Vorjahr hat der gute Ingolf im Atlantis einen Ausverkauf seiner Flames of War Sachen gestartet. Natürlich habe ich da noch ein paar Schnäppchen abgegriffen.

Trotzdem wurde nicht alles verkauft und so blieb unter anderem die Panzerkompanie der Franzosen, immerhin auf 75 Euro gesenkt, monatelang in der Grabbelecke liegen.

Monatelang starrte diese mich bei jedem Besuch an.... und Anfang 2014 erbahmte ich mich und kaufte die Box und das Projekte "Panzerabteilung 206 - Beutepanzerkompanie" konnte starten.


Die Box.

Sie enthält 7x Somua, 7x Hotchkiss und 5x Panhards.
Ich kann in einer Armeeliste maximal 6x Somuas verwenden und die Panhards gar nicht. Somit waren sechs Panzer für mich nutzlos und ich brauchte noch eine ganze Reihe weitere.

Armeebücher

Die Beutepanzerkompanie kommt in zwei Regelwerken vor.

Produkte

Neben den Armeebüchern gilt es vorallem Figuren zu kaufen. In erster Linie natürlich die passenden Panzer aus der französischen Produktlinie. Hier mal eine Liste der passenden Produkte für die Kerneinheiten aus dem Onlineshop von flamesofwar.com.


Interessante Links ins Netz

Leider findet sich nur wenig Material zur Beutepanzerkompanie im Internet.



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30.04.2017



Erstversion vom 17.09.2014. Letzte Aktualisierung am 25.09.2014.