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Panzergrenadierbataillon 72 "Fischbeker Panzergrenadiere"

Artikel vom 11.12.2011 aus Kraut Marines.

Quelle: http://www.panzergrenadierbrigade7.de

Wappen der Fischbeker Panzergrenadiere Die Geburtsstunde des Panzergrenadierbataillons 72 schlug im August 1959 in Hamburg-Fischbek am südlichen Rand der "Freien und Hansestadt Hamburg". An der Grenze zum Land Niedersachsen lag die militärische Heimat der "Fischbeker Panzergrenadiere". Die geographische Verbundenheit des Bataillons mit seinem Standort spiegelten neben dem Bataillonswappen auch die verschiedenen Patenschaften der einzelnen Kompanien wider. So pflegten das Bataillon und seine Kompanien Patenschaften mit der Harburger Schützengilde sowie mit den Schützenvereinen in Neugraben, Rade und Sinstorf.

Das Panzergrenadierbataillon 72 bestand aus einer Stabs- und Versorgungskompanie und fünf Kampfkompanien.

Panzergrenadiere kämpfen auf- und abgesessen bei allen Sichtverhältnissen in nahezu jedem Gelände, vor allem gegen Infanterie, leicht gepanzerte Kräfte und einzelne begleitende Kampfpanzer. Ihr Hauptwaffensystem ist der Schützenpanzer Marder, der als Nachfolger des Schützenpanzer HS 30 1971 in die Truppe eingeführt wurde und sich durch seine vielfältige Bewaffnung und Ausrüstung durch Feuerkraft und Beweglichkeit auszeichnet.

Marder 1 A3 in Munster/Bergen
Marder 1 A3 in Munster/Bergen

Die sechste Kompanie war die schwere Kompanie, ursprünglich "Hammer des Bataillon" genannt. Sie verfügte über zwei Panzermörserzüge als Steilfeuerkomponente und einem Panzerjägerzug als Panzerabwehrkomponente des Bataillons.

Mit Einnahme der Heeresstruktur 5 bildete das Panzergrenadierbataillon 72 ab dem 01.10.1992 eine "Stamm-Aufwuchsbeziehung" mit dem nichtaktiven Panzergrenadierbataillon 173. Hierbei war das aktive Panzergrenadierbataillon 72 für die Personalbearbeitung und Materialbewirtschaftung verantwortlich. Umfang, Gliederung und Ausrüstung der Verbände wären im Verteidigungsfall dabei nahezu identisch.

Zusätzlich war dem Panzergrenadierbataillon 72 eine Unteroffizierlehrkompanie (ULK) angegliedert, in welcher junge Unteroffizieranwärter aus dem gesamten Bereich des ersten Deutsch-Niederländischen Korps sowie Reserveunteroffizieranwärter aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland auf ihre Erstverwendung als Panzergrenadierunteroffiziere und Truppführer vorbereitet wurden. Nach Aufstellung im August 1959 wurde bereits am 04.10.1959 erstmalig mit der Rekrutenausbildung begonnen.

Kaum drei Jahre nach seiner Aufstellung bewährte sich das Bataillon bei der Sturmflutkatastrophe im Februar 1962.

Hohen Besuch erhielten die Panzergrenadiere am 04.10.1984. Der Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der Bundesminister der Verteidigung Dr. Wörner besuchten das Bataillon auf dem TrÜbPl Bergen.


Hoher Besuch.

Für seine Verdienste um die Stadt Hamburg und ihrer Bürger wurde das Bataillon am 12.09.1986 vom Ersten Bürgermeister, Herrn Klaus von Dohnanyi, mit dem Fahnenband der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.

Viele Übungsplatzaufenthalte in Shilo (Kanada) krönten die Ausbildung. Am 13. und 14.09.1995 wurde das Bataillon durch den Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe in Shilo besucht.

Kräftig anpacken mussten die Fischbeker-Panzergrenadiere ebenfalls bei der Flutkatastrophe (Frankfurt/ Oder) im Jahr 1997.

Im selben Jahr erhielt das Bataillon den ersten Gefechtssimulator, mit dem die Ausbildung wesentlich effektiver und kostengünstiger gestaltet werden konnte.

Im Mai 2000 begann die Ausbildung von 152 Soldaten des Bataillons für das 2. Einsatzkontingent SFOR. Im Dezember verlegten die Soldaten nach Bosnien, um für ein halbes Jahr ihren Auftrag auszuführen.

Anfang des Jahres 2001 wurde offiziell bekannt gegeben, dass das Bataillon Ende 2003 aufgelöst wird.

Bereits ab Mai 2002, mit vorangegangener Vorausbildung, wurde die 2. Kompanie für das 5. EinsKtgt KFOR abgestellt und verrichtete, ebenfalls für ein halbes Jahr, ihren Dienst erfolgreich im Kosovo. Um die Angehörigen der Einsatzsoldaten zu betreuen, wurde eine eigene Familienbetreuungseinrichtung gegründet und mit Erfolg betrieben.

Im Sommer 2002 bildete das Bataillon erstmalig albanische Soldaten für ihren Einsatz im Rahmen von SFOR aus. Die Bedeutung der Ausbildung wurde von dem Besuch des Verteidigungsministers der Republik Albanien, Herrn Luan Rama, unterstrichen.

Im August 2002 hatte das Bataillon seinen letzten Katastropheneinsatz am Elbeabschnitt bei Lauenburg. Dieser Auftrag wurde mit Bravour gemeistert (obwohl die personellen Abstellungen für die Einsatzkontingente SFOR / KFOR deutlich zu spüren waren).


Letzter Einsatz.

Im September 2002 hielt Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust die Gelöbnisrede im Rahmen des feierlichen Gelöbnisses.

Am 21.11.2002 stellte das Bataillon die Truppengattungsspezifische Ausbildung mit dem Schützenpanzer Marder symbolisch mit dem letzten "scharfen Schuss" auf dem TrÜbPl in Bergen ein.

Den letzten Ausbildungsschwerpunkt bildete die Allgemeine Grundausbildung von Soldaten für die Streitkräftebasis, die ab Juni 2002 bis Juli 2003 mit zwei Kompanien durchgeführt wurde.

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Erstversion vom 11.12.2011. Letzte Aktualisierung am 11.12.2011.